Features
Chris Aeppli
Claudius Kern
René K. Müller
Geodesic Solitude
Johnny's Capsule
Geodesic Clay Mud Dome
Jurtendorf (Schweiz)
Pfahlbauer von Pfyn
Strawbale Cabin


Site Search


Enter term & press ENTER


If you found the information useful, consider to make a donation:


 
english deutsch

Chris Aeppli

Verfasst von René K. Müller, Fr, 5. Oktober, 2007

Chris Aeppli wohnt in einer 7.5m grossen Jurten in der Nähe von Winterthur (Schweiz):

  • 7.5m Durchmesser, 1.80m Wandhöhe, und
  • isoliert mit 4.5cm dicken und ca. 2m x 3m grossen Hanfmatten,
  • schwerer bzw. dicker Polyester/Baumwolle als Regentuch und
  • darüber ein Baumwolltuch um das darunterliegende Tuch zu schützen,
  • der Boden ist mit Holzriemen gemacht, welche auf einem Holzraster liegen dass mit Glasswolle (ca. 6cm dick) ausgefüllt ist.

2006/12/31 14:29
2006/12/31 14:32
2006/12/31 14:31
2006/12/31 14:30

2006/12/31 14:24
2006/12/31 14:26
2006/12/31 14:26
2006/12/31 14:26
2006/12/31 14:27
2006/12/31 14:25

Die Dachstangen sind run, sehr massiv und mit Stahlstiften am Ende, welche in den Dachring eindringen. Das Scherengitter ist aus Dreischichtholz, welches in Latten gesägt ist und mit Schrauben/Muttern zusammengehalten wird. Das Dachlicht ist aus Acryl, und ca 1/3 einer Kugel.

Chris führt ein Reiseunternehmen, das Interessierte in die Mongolei führt.

Interview

6. Januar 2007, interviewt von René K. Müller, Fotos von Chris Aeppli:

Wie bist Du in die Mongolei gekommen?

Es war ein Gefühl, ich hatte einen Monat Ferien, und entschied sehr spontan in die Mongolei zu gehen, glücklicherweise hatte ich dann die Möglichkeit länger zu bleiben. So ergab sich ein längerer Aufenthalt - ich war ca. 2 Monate mit dem Pferd unterwegs durch die Mongolei, bis Oktober 2003. Insgesamt war ich 8 Monate unterwegs, auch nach Thailand, aber es hat mich wieder in die Mongolei zurück gezogen. So blieb nochmals 2 Monaten und konnte den Winter in der Mongolei geniessen.


Mongolische Jurten & Landschaft (1)
Was zieht Dich dort an?

Die Landschaft, einen Charme den man fast nicht beschreiben kann. Die Leute und ihre Lebensweise, das einfache Leben. Ich hatte das Gefühl sie seien glücklicher als wir im Westen.

Was ist das nomadische Leben für Dich?

Dass man im Moment lebt, weniger zwanghaft, weniger materielles anhäuft, (leider) auch weniger "Kunst", wie Bilder und Skulpturen. Wenn man alle zwei Monate umzieht, überlegt man sich zweimal was man immer mitschleppen will. Nahe an der Natur, ohne den ganzen materiellen Schnickschnack.

Und wie setzt Du diese Art des Lebens hier in der Schweiz um?

Ich bin nicht ein Nomade, also lebe ich es nicht in der Schweiz. Ich versuche eher die Kultur, die Offenheit, die Gastfreundschaft zu leben. Sich Zeit nehmen für wichtiges. Diesen Teil des Nomadentum leben, das ist für mich etwas was ich verfolge.

Du bist mit einer Mongolin, Altai, verheiratet, Du hast Dich sprichwörtlich in die Mongolei verliebt?

Zuerst habe ich mich in die Mongolei verliebt, und dann in eine Mongolin (lacht). Von Verlieben bis zur Heirat ging es 3 Jahre, bis ich mir wirklich sicher war. Nun sind wir im Sommer in der Mongolei, im Winter sind wir in der Schweiz - weil ich auch noch in der Schweiz meine Heimat habe, weil ich auch die Schweiz liebe.


Mongolische Landschaft (2)
In der Schweiz bin ich unter anderem auch, um die Reisen zu organisieren. Im Sommer dann die Reisen in der Mongolei (www.DeepMongolia.com ) die ich anbiete. Dann reise ich im Spätsommer für mich in der Mongolei um Gegenden zu entdecken wo ich noch nicht war. Daraus ergeben sich dann vielleicht neue Reisen, die ich anbieten kann. Die Mongolei ist gross, und hat vieles was ich noch nicht gesehen habe.

Was kann die westliche Kultur, was kann Europa, oder die Schweiz von der mongolischen Kultur lernen?

Werte, zum Bespiel Gelassenheit, wie man miteinander umgeht, was eben wichtig ist im Leben. Gemeinsamkeit, das man das was kommt einfach positiv angeht - es ist noch schwierig diese Werte zu beschreiben. Das man nicht nur dem Geld nachrennt, sondern . . . gut zu einander ist. Dass man mit der Natur ist und nicht getrennt von ihr lebt sondern von ihr lernt.

Wenn ich zum Beispiel aus der Mongolei in die Schweiz komme, habe ich wie einen Kulturschock, und fühle mich eingeschränkt, ein bedrückendes Gefühl - es braucht immer länger mich wieder zu akklimatisieren. Was mir dabei hilft, ist dass ich in einer Jurte leben, die wie eine Insel ist, die mir ermöglicht nahe der Natur zu leben, so flacht das Gefühl des Kulturschockes schneller ab. Es hilft mir hier anzukommen.


Jurte von Chris Aeppli (2005)
Du lebst selber nun in einer Jurte, hast sie selber auch gebaut - was war den Beweggrund und deine Erfahrung in der Jurte zu leben?

Angefangen hat es mit 20 Jahren, als ich einen Winter im Tipi lebte. Obwohl ich dann wieder "normal" lebte, vermisste ich manchmal das Gefühl in einem runden Zelt zu leben. Als ich in der Mongolei war kam mir der Gedanke, eine Jurte zurück in die Schweiz zu nehmen. Doch dann habe ich kurzfristig entschieden, die Jurte selber zu bauen, das war im Frühling 2005.

Ich wollte keine dicken Mauern mehr zwischen mir und den Vögeln die zwitschern, dem Wind und Regen, der Natur. So habe ich dann relativ schnell die Jurte umgesetzt. In einem selbstgebautem Heim zu leben gibt ein gutes Gefühl, es ermöglichte mir auch die Jurte an unser Klima anzupassen. Die Jurte ist perfekt an das mongolische Klima angepasst, bei uns ist es einiges feuchter und so habe ich gewisse Änderungen vorgenommen, dies betrifft Kuppel, Ofen an der Site, andere Aussenmaterialien, die dem feuchteren Klima der Schweiz Rechnung tragen - die importierte Isolation aus der Mongolei beginnt in der Schweiz oft zu schimmeln, also habe ich Hanfmatten als Wärmeisolation genommen. Die Jurte ist auch grösser als eine traditionelle Mongolische Jurte.

Ich habe es keine Sekunde bereut, den Jurtenselbstbau, es ist viel besser herausgekommen als ich erwartet habe - z.B. das Raumklima ist sehr gut, das Gefühl ein Stück weit draussen zu leben. Man wacht am Morgen auf, sagt "Wow, so ein schöner Raum".

Was macht Deep Mongolia?

Ich biete Reisen in die Mongolei an, unter anderem das Pferdetrekking welches ich selber leite. Die Idee meines Angebotes ist, der Natur so nahe wie möglich zu sein sowie allen Teilnehmer den Kontakt mit der mongolischen Kultur und den Nomaden zu ermöglichen. Was mir gefällt an der Mongolei möchte ich damit auch anderen zugänglich machen, mit ihnen in das dortige Leben eintauchen.

Danke für das Interview Chris.

Jurten Konstruktion & Aufbau

Chris hat freundlicherweise Fotos seines Aufbau zur Verfügung gestellt:

Boden

2005/11/02 14:14
2005/11/02 14:14
2005/11/02 14:14
2005/11/02 14:14

Jurte

2005/11/02 14:10
2005/11/02 14:10
2005/10/29 14:15
2005/11/02 14:10
2005/11/02 14:11
2005/11/02 14:11
2005/11/02 14:12
2005/11/02 14:12
2005/11/02 14:12
2005/11/02 14:12

Links


.:.



Home  ·  About  ·  
Tipi
  ·  
Yurt
  ·  
Dome
  ·  Features  ·  Gallery


Print   ·   Contact   ·   Bookmark


Creative Commons (CC) BY, SA, NC 2005-2017, developed, designed and written by René K. Müller,
Graphics & illustrations made with Inkscape, Tgif, Gimp, PovRay, GD.pm
Web-Site powered by FreeBSD & Debian/Linux - 100% Open Source